Freitag, 15. Mai 2015

Verliebtheit? Liebe? Freundschaft?

Verliebtheit. Ein Begriff der für mich weder Liebe noch Schwärmerei bedeutet. Das hängt alles zusammen, keine Frage. Aber es sind unterschiedliche Stufen.

Wenn ich jemanden toll finde, weil ich ihn im Bus sehe, dann hab ichn kleinen Crush, weil er meine Auge angesprochen hat und für einen kleinen Moment mein Herz hat hüpfen lassen.

Wenn ich mit jemandem ein tolles Gespräch hatte, fühle ich mich bereichert und bin dankbar, will mich darüber austauschen und bin in einer positiven Gefühlshaltung.

Wenn ich merke, dass mir ein Mensch häufiger begegnet, man sich beiderseitig gerne Zeit füreinander nimmt und diese genießt, wie auch immer man das tut, dass schwärme ich bereits für jemanden. Das kann auch eine Begeisterung für eine Frau sein, die mich fasziniert und in deren Anwesenheit ich mich so richtig wohl fühle.

Wenn ich mich sexuell zu jemandem hingezogen fühle, dann  ist das erstmal eben einfach nur das. Wenn dann die Worte aus dem hübschen Mund auch noch passen und die Körpersprache Bände spricht, dann verguckt man sich recht schnell.

Genauso ist es, wenn die Worte einen umhauen und die Körpersprache einen anspricht - Denn dann wird ein Mensch auch attraktiv für jemanden, egal ob man ihn sieht oder nicht. Das kann uns schon passieren, wenn wir viel mit jemandem schreiben oder telefonieren.

Wenn Körpersprache und Worte und Aura passen, dann kann das Aussehen, dass vielleicht nicht so im Beuteschema liegt, total nebensächlich werden. Der Mensch ist dann einfach schön.
Genauso passiert es meiner Meinung nach auch, wenn ein maßgeblich attraktiver, schöner Kerl auf einmal nur Scheiße aus seinem Mund regnen lässt und ein Verhalten an den Tag legt, dass unattraktiver nicht sein könnte. Das kann viele Ursprünge haben, aber die Schlussfolgerung bleibt die Gleiche. Nein danke.

Wenn es aber nun irgendwie passt, dann wird aus einem Mögen schnell ein Schwärmen und daraus noch schneller ein Vergucken. Da entscheidet sich dann, ob es sich zu einer Verliebtheit entwickelt oder doch nur ein kleiner, überschwänglicher Augenaufschlag war.

Kommt man zu dem Schluss, dass man sich nicht losreißen kann und einfach diesen Menschen in seiner ganzen Schönheit gerne um sich hat, gerne nah bei sich hat, dann ist man schnell verliebt.

Verliebtsein. Da ist es. Man hat sich für einen Menschen entschieden, ganz gleich was drum herum abläuft. Da kann man sich nicht wehren. Der Mensch tut einem gut, macht glücklich.
Der Geruch, das Anfassen, das Spüren und Hören, das Sehen. Alles saugt man auf wie ein trockener Schwamm. Und doch ist man in diesem Moment blinder als man denn glaubt.

Gefangen in den positiven Eindrücken lebt man mit rosaroter Brille, die ein Verfallsdatum hat, dass man immer wieder ignoriert. Zurecht, denn es gibt ja nichts schöneres, als sich der Sache einfach hinzugeben. Was irgendwer sagt ist einem nicht unbedingt egal, aber man schafft das schon irgendwie. Erstmal. Bis das erste Problem auftritt. Das erste, dass einen stört. Die erste Eigenart. Das erste, was man nicht miteinander teilen kann. Die ersten Missverständnisse, wenn man beginnt den ach so perfekten Menschen wirklich kennen zu lernen.

An diesem Punkt kristallisiert sich langsam, ob die Verliebtheit wirklich so nah an einer Liebe ist oder doch nur eine Phase war, die jetzt gerade gut passte. Schafft man es, aus allen Makeln und Problemen trotzdem einigermaßen heil herauszukommen - Dann ist man wirklich dabei, sich zu verlieben. Und das ist irrsinnig toll, aber auch irrsinnig anstrengend.

Liebe kostet viel. Sie gibt auch viel, klar. Aber wer schon einmal geliebt hat ( nicht verliebt war, sonder GELIEBT hat ), der versteht den Preis den man dafür zahlt. Man entscheidet sich, diesen bereitwillig zu zahlen. Nicht selten eben auf eigene Kosten. Manches Mal leidet man sogar darunter, denn die Liebe ist gnadenlos und will vieles verzeihen und tolerieren.

Was aber, wenn man das alles nicht kann? Wenn man sich davor fürchtet, weil man schon einmal so viel gegeben hat, dass es einen am Ende nackt ausgezogen hat bis man nur noch am frieren war?
Wenn man sich so gut kennt, dass man weiß, dass man die gleichen Fehler garantiert noch einmal tut, weil sie aus Liebe gemacht werden?

Meine Ängste sind einfach da. Ich bin schon viel zu tief drin. Ich denke über etwas nach, dass so noch nicht ist, und über die starken Konsequenzen die es mit sich führt. Ich scheine schon jetzt zu wissen, welche hohen Kosten auf mich zukommen, und davon wird mir schlecht. Es ist fast so, als würde man mich zwingen mir einen Neuwagen zu kaufen, den ich mir nicht leisten kann - Oder vielleicht auch grade überhaupt nicht brauche.

Mich einfach fallen lassen? Das kann ich nicht. Dazu kenne ich die Konsequenzen zu gut. Und sie gefallen mir nicht, sind auch für mich schwer einfach in Kauf zu nehmen.
Zusätzlich sagt mein Wille mir einfach etwas völlig anderes. Ich bin jetzt grade so glücklich alleine. Mit mir selbst und dem was ich für mich mache. Und diese Situation nimmt mir die Präzision und ich verliere mein mir sehr wichtiges Ziel für mich selbst aus den Augen. Das ist leider für mich wichtiger als Liebe. Meine Selbstliebe. Ein gutes Gefühl mit mir selbst haben.

Warum soll ich all das aufgeben? Es riskieren, nur um in eine Situation zu kommen die für mich momentan viel zu unsicher und zu... abwegig ist?

Ich hab bereits erkannt, was ich will und was nicht. Aber wir immer macht einem der Hormoncocktail einen Strich durch die Rechnung. Warum ist das so? Es ist ja nicht so, dass ich grade Babies werfen will oder einsam bin oder sexuell vernachlässigt.

Ich habe momentan nur das Bedürfnis, beruflich endlich voran zu kommen. Etwas zu sein. Einen Arbeitstitel zu haben. Ein Einkommen. Und all das sehe ich dadurch erheblich gefährdet.
Das liegt an mir und meiner Art, die in den letzten Jahren einfach so mutiert ist, dass ich mich völlig neu anpassen musste. Ich habe mich enorm verändert, bin realistischer und zielstrebiger.
Und ich will mir das nicht durch Hormone versauen lassen. Denn ich weiß, wie sehr einem das Herz auch vorgaukelt, dass das alles unglaublich wichtig sei - Das geht vorbei. Selbst wenn es angefangen hat und man es durchspielt. Noch die schönste Liebe bröckelt irgendwann und am Ende ist man da, vollkommen geschafft und wieder mit sich selbst.

Bevor ich eine solch waghalsige Prozedur erneut durchlaufe, auch wenn ich weiß das da viel Schönes dran ist und nicht nur Kampf, möchte ich gefestigt sein. Mir hilft kein anderer Mensch dabei, gefestigt zu sein. Das kann nur ich mit mir selbst ausmachen. Ich gehöre wie gesagt nicht zu den Menschen, die alleine unvollkommen sind und einen Partner und Liebe brauchen, um sich "Ganz" zu fühlen - Im Gegenteil, ich habe mich selten so "unkomplett" gefühlt, wie in einer Beziehung. Vielleicht liegt es daran, dass es nie der wirklich Richtige war. Aber ich glaube auch nicht daran, dass der jemals kommen wird. Jeder hat mal Glück, aber es gibt den perfekten Menschen einfach nicht.
In einer Beziehung gebe ich sehr viel von mir auf, weil ich Einzelgänger bin und viele Hobbies habe, die ich nur alleine betreibe. Ich bin gerne alleine, und da ist ein Partner eher stressig, so Leid es mir tut. Die Rücksichtnahme und das ganze Drumherum, die Zeit die man dabei opfert, so hart das klingen mag: Das ist für mich alles eine kleine Selbstaufgabe, eben weil ich so funktioniere und das nicht kompatibel mit einem Partner ist. Wenn es um Babies geht, dann hoffe ich irgendwann mal eines zu bekommen. Ich hoffe auf einem Mann, dem ich so sehr vertraue, dass ich das mit ihm durchziehe. Aber auch auf einen, der nach einer sehr wahrscheinlichen Trennung trotzdem noch ein guter Partner in Punkto Vater sein kann. Unromantisch, ja. Aber es wäre einfach falsch zu behaupten, dass ich daran nicht interessiert wäre. Genauso falsch wie zu sagen, dass ich happily ever after in nem Häuschen hocken muss. Wenn dann brauche ich viel Freiraum, ohne dabei zu fürchten, dass man mich unter Druck setzt oder verlässt. Ich kann sehr innig lieben, aber ich bin keine Klette, nicht mehr.

Es gab eine Zeit, da liebte ich die Liebe. Aber diese Zeit ist vergangen, und nun lerne ich gerade mich selbst zu lieben und das was ich für mein Leben tue. Eine Partnerschaft ist für mich ein I-Tüpfelchen, das man sich gerne dazu holen kann, wenn alles andere so einigermaßen seinen Lauf genommen hat. Nicht aber eine Art Rettung, die einen frohlocken lässt. Ich bin Rapunzel, die sich selber aus dem Turm geholt hat. Da ist kein Prinz gekommen, darauf habe ich lange gewartet. Irgendwann musste ich mich entscheiden ob ich im Turm sterbe, oder es selbst versuche. Und alleine hat das unglaublich gut geklappt. Ab und an besucht man seine Prinzessinenfreunde und lebt ein Leben voller anderer Liebesbeziehungen, die eben keinen Prinzen auf Platz 1 stellen.

Man vermisst nichts. Und dann kommt dieses fremde, ungewollte Ding und macht einem einen Strich durch die Rechnung. Ganz so als habe man ein schlechtes Gewissen, dass man jetzt einfach so aus dem Turm rausgegangen ist, denn der Prinz könnte ja jeden Moment doch noch kommen.

Aber der Start ist schon längst gemacht, man ist schon ganz gut auf dem Weg, und die Erkundung hat auch ohne begonnen. Wozu also auf den Prinzen warten, im Turm? Warum nicht erstmal die eigene Welt erkunden und vielleicht dann irgendwann auf ihn stoßen? Warum muss das gerade JETZT sein, wo man sich ab ackert um endlich selbstständig zu werden?

Manche Dinge kann man wirklich besser in Märchen erklären. In Bildern. Dann sind die irgendwie eindeutiger. Es passt mir wirklich überhaupt nicht und fühlt sich deshalb falsch an. Fehl am Platze.
Ein glückliches Leben braucht nicht noch mehr davon, beziehungsweise ein Risikospiel, dass schon einmal zum totalen Supergau geführt hat.

Ich bin nicht verbittert. Ich will nur einfach gerne alleine sein und das genießen, wie ich eben nur ohne Partner und dem ganzen Liebesschmalz leben kann. Was für Erwartungen kommen da nur wieder auf einen zu, von allen, nicht nur dem Partner? Und diese Zeit habe gar nicht, und will ich gar nicht geben, da tut mir der arme Prinz jetzt schon verdammt Leid, weil das leider nur in die Hose gehen kann.

Innerlich male ich mir sowas aus wie eine tolle Freundschaft, die mich nicht unter Druck setzt und vielleicht irgendwann zu einem anderen Zeitpunkt zuschlägt und dann richtig ist. Sich dann auch in eine andere Richtung entwickeln darf. Aber ich merke bereits jetzt, wie es mich verändert und blind macht. Und ich hasse es so sehr keine Kontrolle mehr zu haben. Die Tage sind blurry, die Stunden vergehen rasend, meine Zeit läuft anders. Ich fühle mich wieder zurückversetzt, als würde ich Rückschritte machen. Weil ich dadurch vieles, dass mir wichtig ist, bereits vernachlässige. Wer soll für alles andere auch noch genügend Aufmerksamkeit und Zeit haben, wenn er 24/7 nur grübelt und an die eine Situation und deren Händelung denkt?

Ich verstricke mich. Und ich bin froh, dass das hier niemand so wirklich nachlesen wird. Das diese Gedanken mir gehören und ich sie trotzdem abgeben kann an ein Medium, ohne sie passend für jeden zu formulieren. Wer es lesen will, nur zu. Aber letztlich weiß nur ich was ich meine, und nur ich kann damit versuchen umzugehen, versuchen eine Lösung zu finden.

Wie und ob das möglich ist, ist fraglich. Aber leider ist mir bereits jetzt vollkommen klar, das ich mich nicht beruhigen kann und keinen Ausweg daraus finde, egal wie sehr ich abwäge und versuche einzuordnen, eine Lösung zu finden die mich befriedigt in allen Punkten. Und das ist ein ganz schlechtes Zeichen.









Mann bleibt Mann, und Mann hat auch Stolz

Also ehrlich. Warum betrachte ich das Ganze nicht mal viel allgemeiner um mich zu ordnen?
Er ist ein Mann, der sucht Liebe wie viele Singles. Er macht einen jungenhaften Eindruck, wenn auch das was er so zeitweise von sich gibt einen tiefgründigeren Geist offenbart.
Er ist mit Sicherheit für mich nicht unattraktiv, nur wirklich etwas zu klein. Im Gesamten hatten wir bisher nette Momente und intensive Musiksessions - Wir konnten entdecken, was wir alles gemeinsam haben und wollen uns deswegen auch privat mal treffen, um genau dafür etwas mehr Zeit zu haben. Letztlich ist das doch das ganz normale Prozedere. So wie es eben läuft. Und dann muss man schauen, ob und wie es dann weitergeht, ob da irgendwas ist und ob das was ist bleibt und sich verstärkt. Man darf sich von der Verliebtheit nicht einlullen lassen, denn die wahre Liebe kommt erst mit den Problemen und Unstimmigkeiten.

Ob er mich sehen kann ist Nebensache. Attraktiv findet er mich, dass kann er wirklich gut zeigen.
Ich sollte nicht den Fehler machen, ihn aufgrund seiner so einzigartigen Ansichtsweise in den Himmel zu heben. Das ist alles spannend und anziehend. Aber ich sollte ihm auch die Chance geben, ihn als Mann wahrzunehmen. Denn ich glaube, dass er das hier und da vermisst. Er dachte zum Beispiel, dass er für mich Minzfarben ist, weil er ja so feminin sei. Also, dass hat er runtergeleiert, demnach wohl schon öfter an den Kopf geworfen bekommen.

Ich habe darüber nachgedacht und versucht, dieses Urteil nachzuempfinden.
Es stimmt wirklich, dass er weil er recht jung aussieht manchmal etwas feminines hat. Seine Haare sind gelockt, seine Stimme relativ hoch wenn er spricht und er ist recht klein, daher wohl oft Opfer von unterschwelligem Spott.

Ich habe mitbekommen, wie einer der Kollegen ( ein Tontechniker ) immer vor sich hin gesungen hat. Das hatte mit seinem Nachnamen zu tun, weil der ein wenig ulkig klingt und schnell an ein Lebensmittel erinnert, dass nicht besonders, naja, erotisch ist. Seinen Namen will ich nicht nennen, schließlich will jeder auch irgendwo unerkannt bleiben. Ich versuche, ein ähnliches, anderes Namensbeispiel zu benutzen.

Wenn er jetzt z.B. Schnackerflugel heißen würde, dann hätte der Betreuer halt gesungen:
,, Die kleine Schnatterkugel sitzt auf der Bank, eine kleine Schnatterkugel lalalala".
Sorry, also das ist für jeden Mann doch wirklich eine Degradierung. Vor allem wenn man gerade versucht eine Frau kennenzulernen, die man auch mal hier und da gerne beeindrucken würde.
Er hat dazu wirklich nichts gesagt, er hats scheinbar ignoriert. Auch, dass er nichts tat den ganzen Tag, wurde einfach kommentiert mit einem " Na arbeitest Du wieder den ganzen Tag?". Was er dann mit einem "Halt die Schnauze!" abwehrte.

Ich meine, jeder versteht Spaß. Und ehrlich gesagt zeigt mir das jetzt aber wieder wie sehr wir alle von anderen beeinflusst werden, vor allem aber auch mal negativ.
Er hat ja gar keinen Grund, irgendwie zu glauben er sei nicht männlich genug oder zu klein oder was immer. Da das alles Äußerlichkeiten sind, die er gar nicht erfassen kann so wie wir ollen Hirnis.
Wie dreist ist es denn bitte, wenn man sich über etwas amüsiert, was ein anderer niemals selbst überprüfen kann? Wenn man sich über das Aussehen von jemanden amüsiert und es verniedlicht oder runtermacht, wenn dieser nicht weiß wie er aussieht? Wie soll da jemand selbstbewusst werden???

Mich macht das im Nachhinein voll sauer. Ich weiß nicht, ob es ihn wirklich stört. Aber ich kann es mir vorstellen, dass es ihn deprimiert. Das die Sehenden so einen bösen Vorteil an ihn zurückwerfen, den er gar nicht als Vorteil sieht. Es ist eigentlich nicht viel mehr als eine Beleidigung. Und hat man nichts Nettes zu sagen, sollte man lieber den Mund halten. Wenn es um so etwas banales geht wie unser Aussehen.

Wer wird denn bitte gerne mit einem Reisbällchen, einer Wurst oder einem Wackelpudding verglichen? Ist ja alles lecker. Aber auch als Blinder lernt man, wie Sehende etwas meinen und welche Vergleiche eher positiv oder negativ sind. Auch wenn er selbst vielleicht Wackelpudding ulkig findet wenn er ihn anfässt und sich gar nicht vorstellen kann was das eigentlich genau ist - So wird er gemerkt haben, dass Wackelpudding als Bezeichnung für einen Menschen nicht besonders reizvoll gemeint wird.

So sitze ich da also, und muss mir von den maßgeblichen so sozialen Menschen so einen kleinen albernen Gesang anhören. Und ich merke, dass der Typ nur halb soviel Mann ist wie er - Denn wer singt denn grade dumme Liedchen, die veralbern und einen Mitdreißiger beschreiben?

Sogar eine Praktikantin nennt ihn bei diesem Kosenamen. Ich finde den Namen super dumm für einen Mann, der sich sowieso schon nicht so mit sich wohl fühlt. Den selten jemand so ernst nimmt, dass er sich auch männlich und seinem Alter entsprechend fühlen kann. Geistig ist ja alles fit.
Da ich ihn wie einen Mann behandle und nicht wie einen kleinen Bengel, ich nenne ihn auch nicht süß oder grummelig oder so etwas, würde es mir tatsächlich schwer fallen ihn danach zu fragen.
Ob ihn das nicht stört. Ob er sich wirklich nicht ernst genommen fühlt, wenn man ihn so nennt. Klar meint das keiner böse, aber scheinbar denken die meisten nicht viel weiter als bis zur nächsten Wand, obwohl sie doch in so vielen Bereichen Toleranz und Respekt predigen.

Ich würde es auch nicht wollen, dass mich ständig jemand nur "Meine Große" nennt oder "Pummelchen". Da könnte ich bei einem Ausrutscher noch müde drüber schmunzeln, würde es demjenigen aber ankreiden dass er mich nicht "Blume" nennt oder "Prinzessin" - was ebenfalls irgendwie auch zu mir passen würde. Ein maßgeblicher Makel wird verniedlicht und man kriegt nen Kosenamen. Na ganz toll. Und gefragt hat Dich auch keiner, ob Du das wirklich amüsant findest oder nur nervig.

Natürlich belächelt er vieles mit Worten, er nimmt sich gerne selbst auf die Schippe. Aber niemals so wirklich auf etwas Äußeres bezogen. Er hat ein Gefühl für Schwere, aber nicht für optische Maße.
Manchmal muss er sich denken, dass um ihn herum dumme Riesen sind die sich über alles immer ein wenig zu viel amüsieren. Vor allem über Dinge, die sie nicht selbst betreffen.

Vielleicht tue ich ihm ja auch Unrecht. Vielleicht kommt er darauf wirklich klar und findet das gar nicht schlimm. Aber ich will mir einfach mal erlauben zu behaupten, dass ich Menschen gut durchschauen kann und gut darin bin einzuschätzen, was jemanden an sich selbst verunsichert, ohne das es jemals gerade heraus benannt wurde. Ich weiß nicht. Man tut halt nicht viel dafür, ihm das Gefühl zu geben er sei ein Mann wie jeder andere auch. Mit männlichem Stolz und ganz normalen Bedürfnissen, auch in der Welt unter den anderen Männern zu bestehen.

Für mich ist er ein Mann. Ich sehe, warum die Leute ihn verniedlichen und lieb anlächeln,wenn sie ihn sehen. Aber je mehr Zeit vergeht, desto mehr sehe ich den Mann, der da drinnen irgendwo versteckt ist und immer wieder klein gehalten wurde. Er hat eine starke Aura. Er ist wirklich ein besonderer Kerl. Und dann fällt mir auf, wie sehr die Sehenden ihn in einen Anzug gesteckt haben, der ihm im Allgemeinen schon von sich aus übel aufstößt und verunsichert. Ist das verständlich, was ich meine? Man muss ja nicht grade so tun, als wäre er ein riesiger Bulle der alle platt machen kann.
Aber man sollte Unsicherheiten nicht in Kindergesänge verpacken. Denn die sind für Kinder und diejenigen, die welche sein wollen.

Es ist eine Sache, wenn er fragen würde ob er kleiner ist als ich. Das weiß er ja auch selber schon.
Wenn er mich fragen würde, ob das für mich als große Frau schlimm ist, dann würde ich sagen Nein. Denn ich habe nichts gegen kleine Menschen, warum auch. Die einen sind klein, die anderen groß.
Wir wohnen ja nicht in Schlumpfhausen, wo alle gleich groß sind und blau.

Wenn er mich fragen würde, ob ich das attraktiv finde, dann würde ich sagen, dass es mir in erster Linie nicht um Attraktivität geht, sondern das ich selber recht groß bin und einen Mann toll finde, der mich voll und ganz umarmen kann, weil ich mich dann selbst nicht mehr so riesig fühle.

Es geht glaub ich nicht darum, ob ich das attraktiv finde, sondern ob ich das unattraktiv finde. Und da gibt es ein klares Nein. Ein Mann sollte mehr zu bieten haben als seine Größe.
Aber wenn die Körpergröße in der Art und Weise wiedergespiegelt wird wie der Mann sich gibt, dann ist das für mich eher unattraktiv. Ein Mann der sich klein hält. Der alles mit sich machen lässt. Und der sich wie ein kleines Kuschelkätzchen an eine Frau klammert, weil er sich dann sicherer fühlt. Nicht weil er blind ist, sondern weil er dann eben nicht alleine sein muss oder seinen Mutterkomplex ausleben kann. Aber das will ich ihm gar nicht unterstellen, solange er es nicht unmissverständlich auch so zeigt. Ich bin gespannt auf den Freizeitmann, der er ist. Wie selbstsicher ist er, wenn er so herumläuft? Wenn keine Kollegen da sind? Wenn wir WIRKLICH alleine sind? Wenn man draußen einen Spaziergang macht? Alles das kann ihn zu einem sehr reizvollen Mann machen. Und nicht zu einer Wurst, einem Wackelpudding oder einer kleinen, ulkigen Kugel.

Leute. Fangt an mal wirklich in andere Leute rein zu hören und fragt euch selbst, wie ihr euch manchmal unwohl fühlt, wenn euch ein Stempel aufgedrückt wird.
Niemand will immer nur der niedliche Giftzwerg sein, niemand immer nur die lustige, beleibte Freundin, die alles versteht. Jeder will mal der oder die Attraktive sein, egal warum. Sexy sein. Beeindruckend. Einzigartig. Und jeder will ernst genommen werden. Und verstanden.

Ich finde es schade, dass so wenig Leute in der Lage sind, sich wirklich Dinge zu Herzen zu nehmen und zu lernen, zu reflektieren und anzuwenden. Philosophien werden schnell mal für gut befunden und auf T-Shirts gedruckt - Aber viel zu selten auch beherzigt und verinnerlicht.

Die größten Toleranzschnacker in der Schule waren häufig auch diejenigen, die sich über den ulkigen Nachbarn amüsierten. Ich habe mich auch hier und da mal amüsiert, ich habe auch Schwächen und Vorlieben, Oberflächlichkeiten und Makel. Aber ich bin immer bereit, den anderen zu verstehen. Auch wenn derjenige mich nicht darum gebeten hat. Das tut man mit Menschen, die man sich aussucht, weil sie einzig sind in der Welt. Und das sollte man genauso auch lernen, mit Menschen zu machen die man vorschnell in eine Schublade stopft.
















Donnerstag, 14. Mai 2015

Liebe macht blind / Sehen macht Kopfweh - Zwischen Heulen und Jauchzen

Immer, wenn ich verliebt war, wusste ich das innerhalb weniger Tage. Nach zwei Wochen war ich mir immer sicher. Manches Mal habe ich dann noch irrsinnig lange versucht es mir auszureden aber es hilft ja nichts: Wenn man sich verliebt, sorgt irgendwas dafür. Es passiert einfach. Ich rede nicht von Schwärmerei. Sondern wenn man Menschen trifft, wo es einfach ZING macht und passt. Wo man einfach auf einmal neben den normalen Gedanken merkt das etwas nicht stimmt.

Ich weiß nicht, ob das gerade mit mir passiert. Zum ersten Mal bin ich so sprachlos, dass ich mich selbst nicht mehr verstehe, Ich erinnere mich schwach an das Gefühl, aber ich erinnere mich irgendwie. Oder sagen wir, mein Körper alarmiert mich das er das schon kennt.
Und es passiert mir selten. Merkwürdigerweise passiert das anderen häufiger, auch Männern, die mich kennenlernen. In letzter Zeit war ich von Männern angewidert. Bin es auch immer noch.
Und gerade das ist einer von den körperlichen Signalen meines Körpers, dass da etwas auf mich zukommt.

Diese Alarmbereitsschaft ist aber nicht schön für mich. Ich habe das Problem, dass die letzte Beziehung so furchtbar für mich verlief, dass sie mein Gesamtbild von Liebe um 180 Grad veränderte. Wo ich vorher selbstbewusst und romantisch war, bin ich heute eingeschüchtert und rational. Klimperwimpern belache ich spöttisch, weil ich den Hintergedanken des Mannes durchschaue und es mich anekelt und gleichzeitig mit den Augen rollen lässt.

Wo andere sich freuen, wenn sie merken, dass da etwas sein könnte, leide ich darunter.
Es ist längst nicht zu spät für mich, es fängt aber schon sich zu entwickeln. An manchen Tagen geht es mir dadurch sehr schlecht. Ich habe bemerkt, dass meine Hände unkontrolliert schwitzen in seiner Gegenwart. Das tun sie nie. Ich versuche gerade zu sitzen. Ich mache mich irgendwie besonders nett zurecht, obwohl er das ja gar nicht sehen kann. Aber irgendwie weiß ich, dass ich dadurch einfach am entspanntesten bin und er das dann natürlich mitbekommt. Zudem passe ich auf, nicht zuviele Gerüche zu mischen. Cremes wähle ich neutraler aus, Parfum etwas weniger, weil ich weiß das er das alles sowieso riecht und nicht will, dass er dabei mich selbst nicht mehr wahrnimmt.

Das muss ja alles auch verwirrend sein und störend, wenn man diesen Rausch an Gerüchen immer wieder wahrnimmt. Ich will mich halt nicht verfälschen, denn das was er sieht, soll so zutreffend wie möglich sein, mich von meiner besten Seite zeigen, so wie man es halt sonst bei Sehenden macht.

Doch egal wie sehr ich auch nachdenke, ich kriege mich nicht geordnet. Ich treibe so dahin und mein Kopf raucht um das alles einzusortieren. Lieben ist für mich schwer geworden. Es bedeutet für mich Stress, Verantwortung und Zeit. Ich finde das zwar theoretisch schade, aber fühle mich so gut wie es momentan ist - Ich setze mich viel mit mir selbst auseinander, verfolge meine Passionen und habe wenig Zeit für einen Partner und dessen mögliche Bedürfnisse. Und auch irgendwie nicht die Lust darauf. Das setzt mich unter Druck. Die Vorstellung, dass mich jemand vielleicht sogar täglich sehen will. Hinzu kommt, dass er eben auch so seine Problemchen hat, die ich nach so wenig Zeit nicht erahnen kann.

Aus seinen Aussagen kann ich vieles entnehmen, habe es aber selber noch nicht erleben können an ihm. Um das vorweg zu nehmen: Ich habe kein Problem mit seinem fehlenden Augenlicht. Das ist mir gleich. Ich finde es sogar spannend, dass er mich so unbefangen und anders behandelt.

Dennoch warte ich auf den ersten Ausrutscher, dass erste Freche was kommen könnte. Das erste, was mich verletzt oder was mich nervt. Und ich weiß, wenn sowas kommt fühle ich mich zurückversetzt und mache mit solchen Menschen kurzen Prozess um mich zu schützen. Zumindest will ich das.
Nur wie, wenn man sich täglich sieht? Wenn man zusammen arbeitet? Wenn er momentan ein so tiefes Loch hat und nur durch mich auf einmal wieder am Leben teilnimmt? Er gibt mir damit das Gefühl, ich sei der Auf- oder Untergang seines Glückes. Und das ist nicht sein Problem, sondern meines. Ich kann das nicht relaxt angehen. Ich bin die, die ihn jetzt kennenlernt und nicht verletzen will. Das könnte ich mir nicht verzeihen. Das hat überhaupt nichts mit Mitleid zu tun oder so nem Shit. Es ist einfach nur so, dass ich tierische Angst habe mich zu verlieren, dass nicht kontrollieren zu können. Und ich kenne mich: Wenn ich mich in ihn verliebe, dann bin ich der Sache ausgeliefert und es wird mir schlecht gehen, und dann natürlich auch ihm. Das könnte ein Desaster werden. Ganz zu schweigen von dem was um uns herum passiert, wenn das irgendwas draus wird.

Die Arbeit, die Kollegen. Meine Zukunft die noch so wackelt. Das alles kann kippen dadurch.
Wie kann ich damit umgehen? Kann ich mit ihm umgehen? Er ist nicht so selbstständig, wie ich es vielleicht brauchen würde momentan, wenn denn da doch ein Mann in mein Leben kommt.
Es kostet viel Kraft, die ich nicht habe. Es gibt Momente, in denen ich solche Angst vor allem habe das ich anfange zu weinen. Dann frage ich mich tatsächlich, warum jetzt und warum er.
Ich will nicht. Keinen Mann, keine Beziehung, keinen Sex, keinen Klammeraffe der mich vergöttert.
Und er ist ein Mann der sich nach Liebe sehnt, hat er selbst gesagt. Wann er denn mal dran wäre. Und das ihn das besonders runterzieht, dass er so alleine ist.

So doof das jetzt klingt, aber solche Männer ziehe ich an. Und im Normalfall würde ich damit souverän umgehen können, es wäre nicht das erste Mal. Aber er zieht mich an. Da ist auch bei mir was am köcheln. Äußerlich ist er nicht so meins, ich muss leider oberflächlich sagen das er einfach super klein ist und nicht sehr gepflegt aussieht. Also nicht schmuddelig, aber eben einfach diesbezüglich schon mal so gar nichts was mich anzieht. Er ist ja so recht niedlich. Aber da ist auf jeden Fall für mich nichts, was mich um den Verstand bringen könnte. Es ist wirklich sein Wesen, seine Stimme wenn er singt und spricht, auch wenn sie etwas hoch ist. Ich weiß aber, dass er sie verstellen kann, und das macht ihn sehr attraktiv, weil es etwas sehr kreatives hat.

Er singt, er macht Musik, er ist begabt, er ist schlau. Wenn ich nicht dort arbeiten würde und ihn so einfach kennengelernt hätte wäre ich wohl nochmal etwas ruhiger, weil da Distanz wäre.
Aber so... Habe ich Angst mich fallen zu lassen und abzuwarten. Ich will es einordnen können und wissen, was mein Herz mir sagen will. Ob ich schon verloren bin oder einfach nur überflutet von neuen Eindrücken, die eine kleine Verknalltheit vorkaukeln und in ein paar Wochen wieder verschwinden, sich zumindest beruhigen. Der Gedanke wäre mir ganz lieb. Dann denk ich aber wieder, dass er ja klare Signale sendet. Ich glaube, er ist schon ein wenig verloren. Ich weiß nicht, ob er wirklich schon mehr für mich fühlt. Ich denke, dass er einfach glücklich mit mir ist und einen Versuch sofort unterschreiben würde.

Seine Anspielungen sind unaufdringlich, aber Revier markierend. Ist ein anderer in der Nähe, so wird er ungehalten und genervt, will mich glaube ich dann auch für sich. Manches Mal scheint er wie ein kleiner Junge, wenn er sich freut. Aber auch wenn er so da sitzt und grübelt und nichts sagt. Dann meine ich immer zu merken,wie am liebsten überschwänglich mit mir in den Sonnenuntergang laufen will und überlegt wie ers anstellen soll. Dann denke ich wieder, er sucht ja einfach nur. Er lässt sich schnell mitreißen und ist schnell Feuer und Flamme, aber das geht auch genauso schnell vorüber wenn es ernst wird. Kann ich damit umgehen? Mit seinen Ausrastern und Ticks? Ja, wenn ich ihn liebe werde ich das wohl versuchen müssen. Aber es geht nicht. Es darf nich sein. Und doch habe ich kein schlechtes Gefühl mir vorzustellen, wie wir einfach zusammen Musik hören und er mir den Kopf streichelt oder was vorsingt.

Komisch. Und furchtbar. Und doch irgendwie ja gut. Aber es lenkt ab. Am Arbeitsplatz. Schon jetzt mag ich ihn nicht unten alleine lassen weil ich weiß das er da alleine sitzt und momentan keine Aufgabe hat. Warum denke ich soviel daran. Er ist alt genug, er müsste doch wissen dass er das alles mit sich ausmachen muss und ich nicht seine Heldin sein darf. Bin ich ungerecht?

Abwarten heißt es. Aber das kann ich nicht. Ich muss wissen, was mit mir los ist. Und das weiß ich grad nicht. Das kostet mich viel. Wenn es passiert. Und ich hoffe, dass er eine Stärke hat, die ich noch nicht gesehen habe. Mich auch zu beschützen. Mich zu verstehen und mir Zeit zu geben, ohne selber zu leiden. Professionell zu sein, das mit Arbeit zu managen. Ich hoffe, dass er demnächst eine Aufgabe für sich auf der Arbeit findet in der er aufgeht, die ihn zusätzlich stärkt.

Momentan bin ich einfach damit überfordert und habe Angst, mich auf meinen Untergang vorzubereiten. Und ich muss versuchen, dass alles einfach zu genießen ohne es zu dramatisieren.
Ich hoffe, er ist keine Klette. Ich hoffe, er ist nicht immer schweigend am Warten das ich jeden Tag für ihn da sein kann. Das alles sind begründete Sorgen. So viel kenne ich schon. Nach so kurzer Zeit.
Ich gehe von dem Schlimmsten aus. Und das macht mich verrückt.

Was, wenn aber alles anders läuft? Wenn es mich überrascht und ganz toll laufen würde? Geradezu perfekt? Das wäre was. Aber bis dahin habe ich Angst und bin verzweifelt.

Meine wilden Gedanken bringen mich fast um. Was immer mir das Schicksal geschickt hat, einen Bekannten, Freund oder Partner. Egal, was. Bitte, bitte lass' es alles glücklich enden.

Sehen. Und zwar alles. So wie es sein sollte.

Es ist spannend, wie ein Forscher endlich doch noch auf die Spezies Mensch getroffen zu sein, die man immer gesucht hat. Menschen, die sich innerlich wirklich nicht denken, ja aber sein Gesicht ist wirklich hässlich oder ihr Arsch sieht aus wie eine Trockenpflaume.

Du triffst auf jemanden, der so gar nicht denken kann. Es ist unbegreiflich und faszinierend zugleich.
Man muss sich zügeln, nicht tausend Fragen zu stellen, die dieser besondere Mensch ja nun auch nicht zum ersten Mal hört. Aber wie das so ist, man kann nicht jede Frage an jeden Menschen richten. Zum Fragen vieler Fragen gehört Vertrauen. Und zu Vertrauen gehört unglaublich viel.

Deswegen bin ich trotzdem nicht auf einen Gott gestoßen. Eben auf einen Menschen. In einer Rubrik ist dieser Mensch eben so besonders, dass ich sagen kann niemals jemanden getroffen zu haben, der so denkt in dieser Rubrik. Und das dann auch noch wirklich aufgrund des Augenlichtes, des Hirns.
Man darf ja nie vergessen, dass wir nur mit den Augen sehen, weil wir ein Gehirn haben das einigermaßen vor sich hin ackert. Und mit dem richtigen Knopf kann man Dich lila Schweine sehen lassen, ohne das Du es beeinflussen könntest. Es ist eben auch nur ein riesiger Fernseher, und unsere Augen sind die Mattscheibe auf der wir ständig und immer wieder von Werbung berieselt werden.

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Ein Mensch. Er ist freundlich, nach außen hin hat er so seine kleineren Zwänge, die auf die Hohlköpfe wieder gehässige Belustigung ausüben.
Er wendet sich Dir nicht zu, wenn er mit Dir spricht. Nur ganz selten, wenn er scheinbar meint, es sei für Dich angenehmer. Die Augen zucken nur leicht, ab und an bleiben sie auf einem Punkt hingerichtet stehen, aber sie schauen nicht wirklich. Man hat fast das Gefühl, dass sie versuchen mit dem mitzuhalten, was der Rest der Sinne alles gerade erfährt. Die Augen sind neidisch und laufen aufgeregt hin und her.

Es kommt zu keinem peinlichem Moment, in dem man sich fragt was dieser Blick jetzt wieder sollte.
Alles wird genau beschrieben, jeder Gedanke klar geäußert, man ist noch etwas verhalten, weil man nicht weiß, ob man dem anderen vielleicht unbewusst auf die Füße tritt.

Ziemlich schnell wird einem aber klar, dass es keinen Grund gibt nervös hin und her zu blicken oder auszuweichen. Wenn man selbst die Augen schließt, hat man genügend Ruhe um sich nicht von den eigenen Guckern unnötig ablenken zu lassen. Denn man sieht genug. Das klingt pathetisch, aber es ist vollkommen und genau so wie ich es wahrnehme.

Ich weiß, dass er ein Bild von mir hat. Es sieht nicht aus wie das was wir uns vorstellen, egal wie es wird niemals wirklich eine menschliche Gestalt haben, wie wir sie kennen.
Farben sind bedeutungslos, eine Schamesröte bleibt unbemerkt - Das denkt man zumindest als Sehender. Dann erst fällt einem auf, dass man sich bereits mit Atmung, Geruch oder Sprache verraten hat. ,, Du musst jetzt nicht rot werden.". Ich bin rot geworden. Und ich saß einen guten Meter weit weg und habe gar nichts gesagt.

Es ist atemberaubend, mal mit einem Menschen auf den ersten Blick sofort zu können, weil man eine Leidenschaft teilt. Klar ist das auch so, wenn man z.B. Fussball liebt und in ein Stadion geht, dort auf Gleichgesinnte trifft und zusammen eine Einheit bildet.
Aber es ist nicht das Gleiche. Die ersten Sätze eines Menschen sagen so unglaublich viel aus.
Am Klang der Stimme erkennst Du, wie unsicher jemand ist, egal wie gut er sich verstellt.
Du kannst unglaublich viel herauslesen - Dabei kannst Du Dich auch täuschen.
Aber Du kannst nichts sehen oder empfinden, dass Du wirklich nicht sehen oder empfinden kannst.

Als ich ihm etwas in sein Ohr gesungen habe, ist er sofort in einen Schwall an Aufregung versunken.
Klar und deutlich zeigte er seine Empfindungen, so wie es die wenigsten Menschen machen, vor allem wenn man sich gerade erst kennengelernt hat. Er entdeckt eine Gemeinsamkeit, die für ihn in diesem Moment alles ist. Und das ist das Einzige, was dann zählt, Und daran erfreut er sich.
Das steckt so sehr an, dass man selber ganz verblüfft ist. Es ist ihm egal wie er steht oder gerade aussieht, denn er kann es sich nicht vorstellen. Er hat nicht die Chance selber einzuschätzen wie er sich findet, nur von äüßeren Kommentaren kann er versuchen nachzuempfinden, wie andere ihn sehen.

Ich bin mir sicher, dass er nur diese Unzufriedenheit hat, weil sie wieder von uns Sehenden an ihn herangetragen wurde. Und es ist umso ungerechter, weil er selbst gar nicht kontrollieren kann, ob er die Urteile der Menschen bestätigt oder ablehnt.
Das muss frustrierend sein. Man bekommt einen Stempel und kann diesen nicht nachvollziehen.
Weil man simpel nicht kann. So wie ich nicht einfach fliegen kann.

Wie er mit mir spricht ist wirklich zauberhaft und charmant. Er verwendet keine Beschreibungen von Farben. Er redet in Gefühlen, in Geschmacksrichtungen. Er beschreibt nicht ein einziges Mal wie irgendetwas aussieht, ob eine Person oder ein Gegenstand. Und trotzdem verstehe ich alles was er sagt und hänge an seinen Lippen. Man kann sich stundenlang unterhalten, und es wird nicht unangenehm. Trotzdem bin ich neugierig,wie er mich wohl sieht. Immer wieder bin ich kurz davor zu fragen, habe aber irgendwie Angst vor der Antwort, die alles genauso kaputt machen könnte, wie die der Hohlköpfe es so oft getan haben. Und da ich selbst keinen Wert darauf lege verkneife ich mir die Frage und rede über alles andere.

Am Anfang versuche ich ihn nicht zu berühren. Ich will, dass er mich kennenlernt, ohne mich einer Gestalt zuzuordnen, bin gespannt auf das was er sich im Kopf zusammenfügt.
Es ist, egal wie sehr ich es versuche, für mich genauso wenig vorstellbar was er genau sieht.
Aber es ist irgendwie auch nur am Rande wichtig. Da er selbst über so etwas nicht spricht.
Einmal, als er meine Haare berührte, was dass erste war das er anfasste, da war er hin und weg und strich immer wieder rüber um es sich genau einzuprägen. Er war sehr vorsichtig und es war mir überhaupt nicht unangenehm. Was bei vielen anderen "Fremden" definitiv so gewesen wäre.

Ich habe da zum ersten Mal versucht, ihm zu erklären wie es aussieht. Ich habe von Locken und blond und braun geredet. Da hat er einfach nur geschwiegen, und es war mir unangenehm. Denn ich glaube er fand diese Information langweilig und uninteressant. Und irgendwie finde ich das auch ganz gut so. Wenn wir zusammen sind verfliegt die Zeit. Wir haben uns vieles zu erzählen, wollen uns kennenlernen. In kurzer Zeit hat er meine intimsten Momente erfahren und ich seine.

Ich bin nicht sicher, was ich fragen darf und ob ihn manche Fragen nicht nerven, denn er muss sie oft gehört haben. Trotzdem wage ich es nach ein paar Tagen voller eigenartiger, aber vieler toller Momente: ,, Sag mal, darf ich Dir eine persönliche Frage stellen?". - ,, Du darfst mich alles fragen.".
Ich lächle und fühle mich erleichtert. ,, Bist Du von Geburt an blind?".
Das war für mich wichtig, denn nur dann kann ich einordnen, ob er eine räumliche Vorstellung hat, Farben erinnert und wie ich am besten Dinge erklären kann.
,, Ja, dass bin ich.", sagt er ruhig und gelassen. ,, Und das heißt doch, dass Du noch nie Farben gesehen hast? Oder einen Menschen?". - ,, Ja.".

Ich fühle mich immer noch unwohl. Wir kommen aber schnell in einen Redefluss über unsere Macken und Mechanismen, die uns das Leben erleichtern. Wir finden Dinge, die so unterschiedlich nicht sind, aber für den "normalen" Menschen einfach merkwürdig sein müssen.
Daran erkenne ich langsam, wie er Menschen sieht. Und es haut mich um, macht mich unglaublich froh, dass ich endlich eine Erfahrung mache, die mir vor Jahren wirklich geholfen hätte.

Wir sind alle so unglaublich blind. Und ich kenne niemanden von uns ach so tollen Sehenden, der im Stockdunkeln nicht auf die Nase fällt. Ich habe große Angst im Dunkeln. Aber ich glaube es ist gut zu wissen, dass da jemand ist, der aufpassen würde, dass ich nicht hinfalle und mich beruhigen könnte. Es ist eigenartig, dass wir solange wir Sehenden nicht im Dunkeln stehen, Blind sein als riesiges Manko verstehen. Ich denke mir nur bei diesen Gesprächen, dass ich mit geschlossenen Augen viel mehr mitbekomme. Ich bin froh, dass ich sehen kann. Aber ich bin auch umso bereicherter, dass es jemanden gibt, der mich noch viel mehr sehen lässt, als es jemals irgendeine Brille hätte ableisten können.

Mein Körper, das Seelenwattebällchen

Ich weiß nicht, ob ich mir wie eine Teenie vorkomme, der Angst vor dem "ersten Mal" hat oder ob ich einfach allgemein überwältigt und fasziniert bin.
Klar ist, dass eine Anziehung besteht. Beiderseitig. Ich kann sie aber zum ersten Mal nicht klar benennen.

Allgemein würde ich von mir behaupten, dass ich mich schon immer sehr gut reflektiert habe. Kritikfähigkeit, das Nachdenken über das eigene Handeln und Sein... Man könnte sagen, ich bin ein sehr toleranter, rücksichtsvoller Mensch, der die Welt wirklich anders sieht als manch anderer. Diese Weltanschauung hat mich zeitweise schon so sehr zur Verzweiflung gebracht, dass ich nicht mehr leben wollte. Man sieht das ganze, riesige Wirrwarr, dass sich Gesellschaft nennt.

Im engen Rahmen von zugeschnittenen Erwartungen und Richtlinien, wie ein Mensch zu sein hat, kämpfen alle um das beste Stück Fleisch. Und wenn Du einfach nicht reinpasst, dann kannst Du noch so gut kämpfen und bleibst auf der Strecke. Immer schon habe ich die Menschen um mich genau beobachtet, mir im Kopf selbst die kompliziertesten Charaktere erklärt. Auch wenn jemand wirklich furchtbar zu mir war habe ich immer versucht das zu reflektieren, versucht es zu verstehen.

Meistens wurde es mir nicht unbedingt gedankt. In meinem Kopf dachte ich, dass mein Wunsch die Welt in einem positiveren Licht zu sehen doch in Erfüllung gehen würde, wenn ich einfach selbst freundlich und mutig blieb. Aber damit bin ich auf die Schnauze gefallen,viele Male.
Noch vor zwei Jahren sagte ich solche Sätze wie "Die Menschen sind furchtbar. Sie sind selbstsüchtig, oberflächlich, gehässig und böse.". Und ich meinte es auch so. Die wenigen Lichter, die es gab, reichten mir nicht aus - Denn diese Menschen konnte ich bewundern, dass sie durchhielten, dennoch musste ich ja mein eigenes Leben weiterleben und die "Bösen" ertragen lernen.

Ich weiß nicht, was man sich manchmal alles Utopisches wünscht von den Mitmenschen. Ein Lächeln mehr, ein spöttischer Blick weniger. Wenn es mir gut ging und ich zufrieden war, dann gab es immer jemanden der es schaffte mir das madig zu machen. Die Welt redete mir ein, dass ich so wie ich war keinen Platz in ihr hatte. "Heul doch." - "Friss oder stirb.".

Nun habe ich immer wieder darüber nachgedacht, seit ich denken kann.
Warum sind die Menschen so? Warum muss das alles so unverschämt ekelhaft oberflächlich sein? Warum kann man zu einem gutaussehenden Mann keine freundschaftliche Beziehung aufbauen, weil der dann häufig denkt man will was von ihm und je nachdem was er will wird man dann behandelt? Warum muss alles immer gleich unterschwellig sexuell ablaufen? Uhrinstinkt? Ich meine, dann sind wir wirklich nicht die Schlausten. Denn was bringt mir ein gesunder, gut gebauter Jäger, wenn er vor lauter Begriffsstutzigkeit kein einziges Wildschwein erlegt? Ich hoffe, meine Gedanken sind nicht zu verworren. Gerade schaffe ich es selbst kaum mich soweit zu ordnen, dass meine geschriebenen Worte auch für einen Außenstehenden genau so verstanden werden, wie ich sie meine.

Zum Glück kam ich irgendwann an einen Punkt, nach einer langen gefährlichen grausigen Zeit, an dem ich bemerkte, dass meine gesteckten Ziele nicht wirklich die meinen waren.
Von Außen hatte ich mich selbst dazu gezwungen, so zu sein, wie man mich haben wollte.
Das lässt sich wirklich auf alle Bereiche mit unterschiedlicher Erklärung und Ursache beziehen.

Schönheit kommt von innen, aber der erste Blick ist natürlich von Äußerlichkeiten bestimmt, keine Frage. Du siehst ja nicht, wie der Mensch innen ist. Das ist auch alles nicht das Problem. Mich ärgern die Menschen, die etwas das sie nicht schön finden kommentieren, ohne das sie danach gefragt wurden oder einen Bezug dazu haben. Mein Tag ist im Arsch, und es hat niemanden wirklich was gebracht, noch habe ich nach einer Meinung gebeten.

Wenn Schönheit von innen kommt, und alle predigen das ja immer ganz eifrig das sie so denken, dann wären mir in meinem Leben nicht solche Lackaffen begegnet, die mich liebten und bei mir aufblühten, aber letztlich dann doch an ihrer Eitelkeit scheiterten.
Zur Erklärung: Ich bin kein Quasimodo, lediglich jenseits der Modellmaße. Und das empfinde ich persönlich nicht als besonders widerlich oder abschreckend. Im Gegenteil. Ich fühle mich mittlerweile recht gut in meinem Körper, nachdem meine Seele wieder ein wenig zusammenwächst und meine Zukunft beruflich in eine gute Richtung geht. Das alle meinen Körper immer zu meinem Hauptproblem gemacht haben und machen kann ich heute etwas stärker weghusten.

Ich bin wirklich eine recht hübsche Frau, achte auf mein Äußeres ohne steril zu sein, liebe schöne Sachen und fühle mich sexy. Also eigentlich alles prima. Wenn dann nicht neben meinen Ängsten in dieser Welt keinen Platz zu haben immer wieder die Neinsager kommen würden, und die Hohlköpfe.
Wir kennen diese Leute alle, und manches Mal sagt der Buddhist man solle auch diese Menschen anlächeln, für sie beten. Ich sehe es gerne so, dass ich niemals weiß, warum dieser Mensch so ekelhaft drauf ist, und rede mir immer wieder ein das dieser Mensch einfach nur traurig sein muss, so kühl, so verbissen und bitter, so eingeschränkt und unglücklich. Manches Mal haben wir aber alle Momente, in denen uns auch der kleinste Schmetterlings-Flügelschlag den Kopf weg pustet, dazu kann man auch ein Selbstbewusstsein haben das bis in den Himmel ragt. Böse Zungen schmerzen immer. Auch wenn sie nur Blödsinn sabbern.

Nun hatte und habe ich diese Ansicht, habe immer darauf gehofft, dass der Mensch doch besser ist, als ich immer wieder sah. Denn auch meine Freunde wie ich selber haben diese Züge, wir alle lesen und schauen Fern, werden beeinflusst und jeder sagt mal etwas Unfreundliches oder denkt sich eben seinen Teil. Wir alle haben die gleiche Gehirnwäsche, auch wenn wir versuchen sie abzuschütteln. Wir sagen vielleicht dann nicht immer alles wie Hohlköpfe, aber es kullert uns trotzdem im Hirn umher. Und ich bin reflektiert genug zu wissen, dass meine Lieben mich auch manches Mal einfach nett anlächeln und anflunkern, um mir nicht weh zu tun. Das mache ich nämlich auch, wenn auch sehr, sehr selten.

Meine Ansicht, ach ja: Ich kam schon früh darauf, dass ich meine Augen schloss und mir versuchte vorzustellen, wie es wäre wenn wir alle uns nicht mit den Augen als Projektion in 3D erleben würden. Das kann man an sich selbst schon sehr gut üben. Immer wieder predige ich unzufriedenen Freundinnen sich im Spiegel bewusst anzusehen. Wenn einem nicht gefällt, was man sieht, kann man überlegen, was man daran ändern kann und will. Wenn man sich eigentlich gut fühlt, und das Spiegelbild sich eben einfach nur verzerrt und hässlich wird, weil man nicht in die Norm passt, dann ist es ungemein wohltuend sich nicht ständig anzuschauen.

Wir alle kennen das. Man fühlt sich gut, sieht super aus. Dann macht einer ein Foto. Und wenn man es sieht findet man alles an sich selbst käse und hat schlechte Laune. Klar gibt es auch das Gegenteil, keine Frage. Aber ich rede jetzt einfach mal von der einen Sache. Was man sieht, verschwimmt. Man verliert aus den Augen, was eigentlich gut an dem Menschen dort im Spiegel ist, weil man sich ständig äußerlich mit anderen vergleicht, gerne auch mit abermals verzerrten Bildern von Menschen.

Warum also nicht mal den Spiegel weglassen? Ich empfehle also immer wieder, wenn man sich selbst wieder kennenlernen muss, sich selbst zu berühren. Damit meine ich jetzt nicht unbedingt Selbstbefriedigung - Die da auch sehr wichtig sein kann. Aber es geht vielmehr darum zu fühlen, was vielleicht ein anderer Mensch fühlt, der einen liebt.

Wenn Dir deine Brust nicht gefällt, wie Du sie im Spiegel siehst oder auf Fotos, und Du denkst dann sofort das auch jeder potenzieller Partner das gleiche denkt, wenn er Dich berühren will:
Denk' nach. Sehen ist nicht berühren. Berühren kann aber Sehen sein.
Augen zu, und selbst über den Körper streichen. Glaubt man, dass es sich wirklich so abartig anfühlt? Wie fühlt sich jemand, der Dich dort berührt, jemand, der Dich aus freiem Willen anfässt, weil er Dich liebt?

Ich bin zu der Erkenntnis gekommen, dass es ungemein hilft zu erkennen, dass wir alle einen mehr oder weniger gleich aufgebauten Körper haben. Manches ist einfach größer oder kleiner, weicher oder härter als bei jemand anderem. Punkt. Wenn ich jemanden liebe, dann will ich demjenigen nah sein. Und das ist alles. Ich will ihn nicht bestaunen und seinen Körper abmessen, ob auch alles da sitzt, wo es angeblich laut Klatschzeitung sitzen sollte. Ich meine, wer hat das Gesetz denn verabschiedet? Du bist gesund, lebst. Und hast nen Körper, den man berühren kann. Der warm ist. Der Ecken und weiche Rundungen hat. Der Formen hat, gerade und wellige Linien.
Es ist ein Körper, etwas das Dich am leben hält. Er ist dazu da, um Dich mit Energie zu versorgen - Nicht um die anderen Menschen zu bespaßen. Er gehört Dir. Am Ende sterben wir alle. Und dann ist der Körper weg. Pustekuchen. Und Du hast Dir Gedanken gemacht, ob dein Hintern auch noch straff genug ist.

Wenn dieser erste Eindruck abgelöst werden könnte durch das was Dich wirklich ausmacht. Deine Art, deine Ausstrahlung, dein Wesen. Wenn man sagen könnte, wir würden uns als Seelen begegnen. Dann wäre das alles nicht mehr so stressig und unnötig kompliziert. Denn wenn jemand einzigartig wunderbar und faszinierend ist, Dich glücklich macht, dann ist doch alles paletti.

Und genau da kam ich ziemlich früh auf die wirkliche Bedeutung von Attraktivität und Schönheit.
Die Schönheit liegt ja im Auge des Betrachters. Und laut Exupéry behaupte ich einfach mal, dass unser aller verlässlichstes Auge das Herz ist. Wenn dann ein Mensch  passt ist alles soviel wundervoller. Wenn man dann auch noch einen Menschen gut riechen kann, will man ihn berühren. Und wer sagt, das ein großer oder kleiner Körper besser oder schlechter ist, wenn es nur um Berührungen geht?

Ich dachte mir, wenn man mir denn bis jetzt folgen konnte ( letztlich weiß ich eh am Besten, was ich meine, und wenn ich eine Erläuterung ausgelassen habe dann heißt es nicht dass ich sie nicht verinnerlicht habe - Das Runterschreiben ist sowieso nur in erster Linie für mich und meine Gedanken ), dass manche Leute ohne ihr Sehen vielmehr sehen würden.
Und von da an wollte ich immer einen Blinden Menschen näher kennen lernen, weil ich wissen wollte, ob ohne das Augenlicht all diese Sachen wirklich in den Hintergrund geraten und es wirklich um das geht, was eben wirklich da ist. Der Mensch, der Körper als Indivuelles Gehäuse, welches man nur zu gerne berühren will, wenn man den Inhalt so unglaublich schätzt.

Zum momentanen Zeitpunkt würde ich übersprudelnd behaupten: Ja. Es ist so wie ich es mir vorgestellt habe. So wie ich Menschen immer sehen wollte, wie es immer versuchte, so oder so ähnlich sieht auch er die Menschen. Nur noch ein bisschen mehr so, wie ich sie sehe, und ohne diesen ganzen unwichtigen Medienkrams. Ist das verständlich? Für mich zumindest schon.

Ich bin wie Schokolade, er wie Pfefferminze

Meine Stimme ist wie Schokolade mit Caramel, Nugat oder Vanille.

Meine Haare sind weich, lang, schön und gewellt, und riechen leicht süß bis blumig.

Mein Lachen ist niedlich, verrät aber nicht immer ob ich mich wirklich freue.

Ich wirke zufrieden und ausgeglichen, gleichzeitig aber bin ich auch gerne laut und albern.

Als Mensch bin ich sehr besonders vor allem für meine Altersgruppe, da ich einfach reifer und nicht so unkontrolliert wirke, mir aus Partys, Drogen und Hipster-Philosophie nicht wirklich viel mache.

Es ist wohl etwas enttäuschend und schockierend, dass ich Horrorfilme liebe.

Aber es ist grandios, dass ich genauso gerne oder hoffentlich doch viel lieber romantische Filme mit guter Musik, Gesang und einem Happy End schaue.

Wenn ich Gummibärchen nach Farbe sortiere, Vasen nach Symmetrie anordne oder den ungeliebten Stummel einer Karotte nun mal einfach nur mit elendig schlechtem Gewissen ( aus Angst, er wäre dann wenige Momente später alleine und in Schmerzen aufgeprallt ) aus dem fahrenden Auto werfen kann - Sind das keine Macken, sondern es ist "süß".

Mein Gesang ist schön, meine Stimme der Hammer.

Ich bin ein Mensch der glücklich macht, mit dem es Spaß macht zusammen zu sein.
Erinnerungen an gemeinsame Momente mit mir machen den Tag einfach 100% besser -
Und man zehrt noch tagelang davon.

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So sieht er mich. Ich habe ihn nicht ein einziges Mal - auch wenn er geschildert hat, wie er sich aufregt und Leute beleidigt - etwas Oberflächliches, Verletzendes über jemanden sagen hören.
Auch sich hat er nicht über Oberflächlichkeiten beschrieben. Nur über Emotionen und das er sich schwer selbst lieben kann.

Das Wort, dass er zu einer Frau sagt, wenn er wirklich sauer ist, ist "Weib". Es erschreckt ihn, weil er das Wort total schlimm findet und nicht gerne sagt. Und wenn er auf jemanden wirklich aggressiv sauer ist, dann sagt er auch schon mal solche Dinge wie "Ach, stirb doch!".

Aber wirklich NIE habe ich ihn - so pampig er auch manches Mal versuchte, sich in meiner Gegenwart als Mann selbst zu verteidigen, wenn mal ein blöder Kommentar kam über ihn - etwas Schlimmes sagen hören, dass Äußerlichkeiten betraf. Nichts. Selbst als er von seinem Leben erzählte. Nada. Das beeindruckt mich sehr. Und bevor ich ihn kennenlernte, hatte ich mir immer nur ausgemalt, dass ein Mensch der nie etwas mit den Augen über das Gehirn gesehen hat, doch einfach so und so sein müsse. Und er war so. Und er ist so. Bisher wurde ich in all meinen Vorstellungen und Vermutungen bestätigt - Und diese sind durchweg besser, als alles was ich bei maßgeblich so normalen Leuten jemals als Vermutung hätte aufstellen können.

Was ist wichtig? Berührung, Wärme, Zugehörigkeit, ernst genommen zu werden.
Dazu zu gehören, ohne wegen einem "Etwas" anders zu sein, dass man nicht einmal verstehen kann, von dem man gar nicht einordnen kann, warum es denn so anders sein sollte.

Klar weiß er mit Sicherheit, dass er kleiner ist als viele andere Menschen, auch als viele Frauen, was aber ja auch nur durch Erzählungen von Sehenden zu einem Manko gemacht wird.
Denn wer zur Hölle legt eine Vorliebe fest, legt fest ob eine kleine Frau neben einem Mann einfach harmonisch aussieht? Ob ein dicker Mann neben einer schlanken Frau vielleicht akzeptabel ist, eine dicke Frau neben einem schlanken Mann aber irgendwie komisch aussieht?

Er spürt selbstredend Gravitation und kann vielleicht daher einordnen, dass es leichter ist leichter zu sein, und schwerer ist schwerer zu sein - Weil man eben durch die Erdanziehungskraft stärker oder schwächer beeinträchtigt und zum Boden gezogen wird.
Aber das ist vermutlich auch das Einzige. Er kann spüren, ob er es angenehmer findet, einen großen oder flachen Busen zu berühren, einen festen oder weicheren.
Aber letztlich kommt dann die Vorliebe für eine große, kleine, dicke oder dünne Partnerin wenn überhaupt nur durch das Spüren - Oder eben dadurch, dass einem Sehende ständig aufzwingen, was man denn gefälligst besser zu finden hat.

Ich denke, dass man das vielleicht nicht schwer versteht, aber eben auch nicht für so wichtig nimmt, wie ein menschlicher Körper womöglich für einen Sehenden neben einem aussehen könnte.
Denn letztlich geht es ja für jeden Menschen im tiefsten Inneren darum, dass man sich nur zu zweit einfach gut fühlt. An zweiter Stelle kommt dann hinzu, wie andere einen wahrnehmen und was sie dabei empfinden. Der ein oder andere Mensch ist schon mal in die Verlegenheit gekommen, jemandes "kleines schmutziges Geheimnis" zu sein. Privat, zu zweit, ist alles prima. Aber sobald andere Leute eventuell negativ beurteilen könnten, wen man da neben sich hat, wird's bei den meisten kritisch und man sollte das Weite suchen.

Aber ist das in dem Moment wirklich vergleichbar mit jemandem, dem das alles fremd ist? Für den das Geschichten sind, die er so gar nicht wahrnehmen kann?

Das ist der Punkt. In der Schilderung von ihm bin ich so, wie ich mich auch gerne wahrnehme.
Er beschreibt meine wunderbaren Seiten, ist gespannt auf meine schlechten die sich noch offenbaren.

Hätte er mich niemals berührt, dann würde seine Schilderung vermutlich zum Schmunzeln anregen und ein recht zauberhaftes Bild von mir in den Köpfen erstellen.
Ein Sehender würde mich vermutlich in den ersten Sätzen auf mein Äußerliches beschränken, vor allem aber auf meine äußerlichen Makel, weil der Mensch ein pessimistisches Tier ist, dem nichts so leicht fällt wie an Makeln einen anderen Menschen festzulegen.

Ich bin auch so. Leider. Wenn ich mich auch immer wieder übe, nicht so zu sein.
Für mich sind Brad Pitts nicht ansehnlicher als andere Männer. Ich finde Brad Pitt und seine Freunde eigentlich ziemlich nichtssagend. Für mich geht es hauptsächlich um zwei Faktoren beim Äußeren eines Mannes: Gepflegt zu sein ( vor allem der Geruch ist entscheidend ) und eine gewisse Körpergröße, da ich selbst nicht gerade winzig bin.

Dann gibt es Vorlieben wie große Hände, einen breiten Rücken aber bloß keine Sixpackjunkies, lieber zu dick als zu dünn, braune Haare, grüne Augen, Grübchen und und und....
Die hat ja jeder. Aber letztlich ist für mich doch noch entscheidender, wie der Mensch von mir wahrgenommen wird, wenn ich die Augen schließe. Daher schließe ich den Geruch und die Hygiene auch nicht aus.

Wenn ich mir vorstelle, ich könnte meinen Partner niemals sehen, eben spüren, riechen, schmecken und hören - Dann komme ich auf wirklich nicht allzu extreme Anforderungen.
Ein angenehmer Geruch, egal wie und woher. Ein Körper, der gepflegt wird ( mehr oder minder weiche Haut, und - ohhh gibt's was Besseres, als frisch gewaschene Haare und der Duft den man dann am liebsten tief einsaugen würde? ). Punkt. Mehr nicht.

Alles andere hat mit dem Aussehen soweit nichts am Hut. Auch wenn das Aussehen durch die Seele maßgeblich hier und da mit beeinflusst wird. Ein Mann, der wenig Selbstliebe verspürt und sich gehen lässt, kann - wenn er dann auf einmal für eine Frau schwärmt - total aufblühen und dadurch sich selbst wieder mehr hegen und pflegen. Dadurch wird er automatisch auch in der Attraktivität steigen. Wieder Punkt.

Wenn ich mir also ausmale, dass mich das alles herzlich wenig juckt, zumindest wenn ich die Erzählungen ausblende, die mir Sehende injizieren, dann ist es mir verdammt nochmal wirklich schnuppe, ob der Mann neben mir nur ein Auge hat oder nicht laufen kann oder was auch immer.
Probleme hat jeder, und einfach ist so etwas überhaupt nicht. Aber alleine von der Liebe, von den ersten Momenten bis zum ersten Kuss und so fort - Da zählt doch wirklich eben einfach das, wie es ist. Ob ich denjenigen schön finde. Und wieder rede ich nicht von pinkem Lippenstift.

Ich meinte zu ihm, da ich jedem Menschen eine Farbe zu ordne, dass er für mich Minzgrün ist.
Dabei habe ich mich selbst erschrocken - Denn zu meinen Freunden habe ich bereits immer mal gesagt, ich bräuchte mal einen grünen Mann und nicht immer dunkelblaue bis blaugrün-graue.
Meine Vermutung war dann, weil ich noch nie mit einem grünen Mann zusammen war und auch wenige kenne, dass ein grüner vermutlich gut zu mir passt. Am besten einer der ein sattes Grün hat, dessen Gelbanteil höher ist als der Blauanteil. Diese Farbe wäre komplementär mit mir.

Und es ist auch erstaunlich, dass Pfefferminzschokolade zu meinen liebsten gehört.

Wer den Groschen nicht hat fallen hören, der hat nicht aufmerksam gelesen.

Mir gefällt es, dass ich mich zum ersten Mal seit langem nicht ekeln muss vor dunkelblauen Grabschern. So ein vorsichtiger minzgrüner Kopfkrauler lässt mich auch nicht unbedingt schwärmen. Aber zumindest lasse ich ihn zu.

















Allgemeiner, verstrickter Gedanken-vor-Gang

Wenn man auf einen Menschen trifft, der von Geburt an blind ist, dann ist das für viele Menschen etwas um das sie einen Bogen machen, ja sich manches Mal sogar fürchten.
Ich war nie so ein Mensch. Mir ist es, wenn man es denn verallgemeinern kann, mehr oder minder egal wie ein Mensch ausschaut. Oder erst Recht was ihn eben für so viele Menschen so "anders" macht.

Hätte ich mir als Kind oder als Teenager die Welt genau so malen dürfen, wie ich sie mir damals gewünscht hätte, dann wäre es eine Welt voller Individuen gewesen, die sich schätzt oder eben nicht schätzt, weil die Ansichten vielleicht nicht kompatibel sind oder die Hobbys zu unterschiedlich.
Es wären Menschen gewesen wie bei Exupérys eindrucksvoller Geschichte über die Liebe zu einer Rose, die Freundschaft zu einem Fuchs und der Verwunderung über die Erwachsenen.



,, Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar."
( Der Fuchs zum Prinzen, "Der kleine Prinz" von Antoine de Saint-Exupéry )


Wohl fast jeder hat diesen Satz schon einmal gelesen oder gehört, die meisten tun auch gerne so als lebten sie danach, die wenigsten nehmen ihn auf Wahrheitsebene für voll.
In meiner Welt würde dieser Satz im Gesetzbuch stehen. Irgendwo zwischen den anderen pathetisch anmutenden Weisheiten und Richtlinien.

Wenn ich einen Menschen in mein Herz gelassen habe und schätze, dann tue ich dies doch hoffentlich nicht nur, weil er neben mir so gut aussieht. Wenn man mich dann fragt, warum dieser Mensch zu mir gehört, wäre es eine sehr irritierende Antwort, wenn ich sagen würde das es mir so gut gefällt uns zusammen zu sehen.

Sobald man nicht mehr unter Leuten ist, fällt das weg. Seien wir ehrlich. Die Erde ist ein von Sex und Geld verrohter, winziger Krümel im Sonnensystem. Es ist schwer, wirklich festzulegen, wie man einem Menschen begegnen sollte und ob es den einen wirklichen Weg gibt, Begegnungen stets lehrreich, positiv und für alle so angenehm wie es denn möglich ist zu gestalten.
Wir geben alle etwas darauf, was ein anderer von uns denkt. Wer sagt, er schminke sich für sich selbst, der ist da nicht voll und ganz ehrlich.

Klar, ich schminke mich auch für mich selbst und verstehe den Gedanken. Ich habe nicht vor, damit irgend wen für mich zu gewinnen. Aber ich bin dazu fähig mir einzugestehen, dass mich Schminke auf einer einsamen Insel vermutlich einen Scheiß interessiert. Keine Lippenstiftflecken, keine juckenden Augen am Abend, keine verstopften Poren, keine 5 Hautcremes und und und... Und Haut fühlt sich, genau genommen, auch schöner an, wenn sie nicht mit Concealer, Foundation, Puder, Rouge, Highlightern und Bronzern zu gekleistert wurde. Auch eine Problemhaut. Diese vermutlich erst Recht, und ist sie auch noch so trocken.

Wenn ich raus gehe und mich zurecht gemacht habe, dann geht es mir gut. Warum? Weil ich mich im Spiegel betrachtet habe und mich nach allen Aufbereitungsmaßnahmen wohl fühle. Vielleicht verspüre ich ja sogar Stolz, weil meine Haare heute so super sitzen. Aber gehen wir davon aus, alle Menschen wären weg. Und ich würde rausgehen. Wäre ich dann immer noch jeden Tag so super stolz auf mich? Nur weil ich meine Lippen besonders gut betone?

Es gibt immer Ausnahmen, immer ein für und wieder. Manch einer schminkt sich auch noch nach der Apokalypse. Aber ich denke, dass im Großen und Ganzen klar ist, was ich meine. Und das es einfach zutrifft. Wir sind wie wir sind, erst mal auf Äußerlichkeiten bezogen, weil wir andere sehen, die so sind wie wir sein wollen. Wir wollen begehrenswert sein. Wir wollen auch so aussehen. Wir wollen das Shirt und den Hut. Wir wollen ihre Brüste oder seine Muskeln. Weil wir es sehen und uns suggeriert wird, dass es ein normales Bedürfnis sei. Für uns ist das normal. Das wir z.B. im Sommer nicht maßgeblich nackt rausgehen zum Arbeiten.

Manch einer versteckt seine gezeichneten Problemzonen, schwitzt im Sommer lieber im Pulli als sich allen zu zeigen und Blicke des Spottes zu riskieren. Denn er oder sie weiß, dass es nicht normal ist so auszusehen. Und dann rutscht Du mit einem Male immer weiter runter. Die hässliche Leiter der Gesellschaft.

Ich denke, ich muss nicht mit Monologen über Philosophie einschläfern.
Der Punkt ist auch ohne detailreiche Beschreibungen klar. Wir sehen was wir sehen wollen, bewerten und urteilen von der anderen Straßenseite über einen Menschen, dessen Farben wir noch gar nicht einmal erahnen konnten. Wieder sage ich, alles kann ins Detail geführt, ergründet und abgewägt werden. Wir werden hier aber erst mal nicht über politische Seiten, Glaubensrichtungen und solche Fälle reden, in denen man von 'nem Fremden über die Straße hinweg beschimpft wird und dann ein schlechtes Gewissen hat, weil man "Arschloch" denkt und sauer wird, obwohl man ja doch den Menschen noch nicht kennt.

Das sind Impulse. Kommt einer Katze eine andere Katze in die Quere, aus welchen Gründen auch immer, dann gibt's Stress. Aber bestimmt nicht wegen eines Lippenstiftes oder weil die Katze nur drei Beine hat. Vielleicht ist mein Standpunkt einigermaßen klar, ohne das ich großartig alles beleuchten muss. Wir Menschen halten uns für schlauer als alles andere, da sollten wir jetzt vielleicht auch ein wenig selber denken und verknüpfen.

Der Satz von Exupéry sagt alles aus, was ich sagen will.